Captain Bligh - oder gut

Was Führungskräfte vom Segelsport und der Natur lernen können

Club Nautico im Hafen von Palma auf Mallorca – Zehn Menschen haben sich auf einer 17-Meter Segel-Yacht zusammengefunden um gemeinsam eine Woche auf dem Wasser zu verbringen. Ihr gemeinsames Ziel: Segeln, die Sonne, das Wasser und auch Kulinarisches zu genießen.

Das Team besteht aus dem Skipper und 9 Personen, welche sich vorher noch nicht persönlich kennengelernt haben – alles ganz individuelle Persönlichkeiten mit den dazugehörigen Stärken und Schwächen – ein ganz normales Team, ein ganz normales Projekt, ein ganz normales Unternehmen.

Die Herausforderung des Skippers, also des „Schiffsmanagers“ ist es, aus diesen Individuen ein Team zu formen, um das Ziel – eine Woche segeln – zu erreichen. Dabei nicht nur Spaß zu haben, sondern auch allen Unbilden der Natur und Problemen der Technik zu trotzen. Der Skipper muss in sehr kurzer Zeit die Rahmenbedingungen und die Regeln an Bord vermitteln und Engagement wecken. Er steht somit vor der gleichen Herausforderung wie ein Projektleiter, der ein neues Team formt und ein Projekt unter Zeitdruck abschließen muss oder ein Manager, der eine neue Führungsposition übernommen hat und sich etablieren möchte.

 Was können Unternehmen von der „Meuterei auf der Bounty“ lernen?

 Auf einem Segelschiff herrschen ähnliche Regeln wie in Unternehmen oder Projekten. Der Skipper hat die Verantwortung für das Schiff und die Mannschaft. Sein Wort ist Gesetz, er bestimmt die Regeln und den Kurs. Aber die Führungsgewalt an Bord ist nicht automatisch und in jeder Lage fest zementiert. Sie beruht vielmehr auf der Autorität und der Führungsstärke, die der Skipper der Mannschaft vermittelt.

Das berühmteste Beispiel, dass eine Mannschaft diese Befehlsgewalt nicht mehr hinnahm und meuterte, ist sicher das von Kapitän Bligh und der Meuterei auf der Bounty. Der damals 33jährige Bligh war zwar ein brillanter Seemann, aber er war keine ausgereifte Führungspersönlichkeit. Seine Autorität an Bord wurde durch Intrigen untergraben und durch Streitigkeiten in denen er unterlag. Er hatte keine klare Führungsstrategie und schaffte es nicht sein Team zu formen – eine häufig anzutreffende Managementsituation in heutigen Unternehmen.

 Fachliche Kompetenz allein zeichnet noch keinen guten Manager oder Skipper aus.

 Kann man lernen, ein guter Skipper oder Manager zu sein?

Naturtalent oder Training? Nicht jeder ist zur Führungskraft „geboren“ – neben den Grundvoraussetzungen wie Menschlichkeit, Wertvorstellungen, Offenheit, Verbindlichkeit können Dinge wie Kommunikation, Motivation und Zielorientierung erlernt werden. Der Skipper, der ein Schiff mit seiner Mannschaft gut durch stürmisches Wetter manövrieren kann, ist auch ein guter Manager. Er hat es geschafft, aus der Mannschaft ein engagiertes Team zu formen, seine Kommunikation ist klar und verständlich – er wird als Autorität, als Manager anerkannt.

 Warum ein Managementtraining auf einem Schiff?

 Die Herausforderungen, mit denen Führungskräfte am Arbeitsplatz konfrontiert werden, sind vielschichtig und nicht immer sofort zu durchschauen. Oft gibt es keinerlei direktes Feedback, weder von Vorgesetzten noch von Mitarbeitern. Sich selbst zu messen und weiterzuentwickeln ist somit extrem schwer. An Bord eines Schiffes ist das anders. Erfolge oder Nichterfolge sind sofort sichtbar. Ob ein Manöver wie geplant durchgeführt werden kann, ob der Skipper die richtigen Kommandos gegeben hat und ob die Zusammenarbeit, das Team,  funktioniert, wird sofort ersichtlich und erfahrbar. Dieses Feedback in Echtzeit erleichtert den Lernprozess und beschleunigt die Entwicklung im Rahmen des Trainings an Bord.

Auch die schlecht kalkulierbaren Einflüsse der Natur, des Segelsports und die Enge auf dem Schiff sind optimale Rahmenbedingungen. Wechsel zwischen Stress oder Erholung, Sonne oder Regen, Windstille oder Sturm – Einflüsse, mit denen Skipper und Führungskräfte umzugehen lernen müssen.

Weitere Informationen zu diesem Thema und wie Sie selbst an ihrer Managementkarriere arbeiten, können finden Sie auf den Internet Seiten der SunShineCrew.

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